Die
Rekolok 22 064 des BEM
Ursprung:
Preußische P10 39 165, 1924
Henschel Fabr.-Nr. 20616
Rekonstruktion:
1960 RAW Meiningen Fabr.-Nr. 80
Die
DR/DRG stellte von 1922 – 27 nach preußischem Entwurf (P10) insgesamt 260
schwere Personenzug-Schlepptenderlok in Dienst, von denen viele ihren Dienst
nicht sogleich antreten konnten, weil viele Hauptstrecken erst für ihre damals
hohe Achslast (19t) vorbereitet werden mußten. Auf schwierigen Hügellandstrecken,
wie in Thüringen, Württemberg und Sachsen bewährten sie sich als
"Mittelgebirgskönigin" besonders im Eil- und Schnellzugdienst, obwohl
ihr Brennstoffverbrauch etwas hoch und die Luftzuführung zum Rost knapp
bemessen war. Die bei der DDR-Reichsbahn nach dem 2. Weltkrieg verbliebenen
P10 verursachten infolge der Braunkohlebrikett-Feuerung häufig Zuglaufstörungen
durch Dampfmangel, so dass 85 Lok
mit neuen im RAW Halberstadt gebauten Reko-Kesseln versehen wurden. Diese
hervorragenden Dampf-Lieferanten – eingebaut auch in den Baureihen 03.10, 18,
19 und 41 – leisteten über 20% mehr Dampf, waren vom Personal auch bei
schlechter Kohle problemlos zu beherrschen; weitere Verbesserungen brachten der
Mischvorwärmer und der schnell zu reinigende Aschkasten Bauart Stühren. Durch
den guten Kesselwirkungsgrad (bis über 85%) sowie den höheren Kesseldruck ging
auch der Kohleverbrauch merklich zurück.
Leider
war kein Geld mehr zur Verstärkung des Triebwerks bewilligt worden; gerade beim
Städteschnellverkehr K-M-Stadt – Berlin (V 110 – 120 km/h) lockerten sich häufig
Stellkeilschrauben. Dieser Umstand sowie der fortgeschrittene
"Strukturwandel" verursachten relativ frühe Außerdienststellung
(1966 – 71) der von 1958 – 62 umgebauten ansonsten recht beliebten
Maschinen. 22 064 war zu ihren P10-Zeiten seit 1924 immer in der RBD Dresden
stationiert, nach ihrem Umbau (24.12.1960) ebenfalls: bis auf ein Intermezzo in
Reichenbach (15.- 21,6,1964) in K-M-Stadt (Chemnitz). Im Juni 1968 wurde die Lok
in Meiningen zum "Dampfspender Nr. 20" verstümmelt und war dann in
Dessau, Halberstadt und Blankenburg (H) in Dienst bis 1990.
Nach
Ankauf des "Torsos" durch Mitglieder des BEM wird bis heute an der
Vervollständigung und Restaurierung der 22 064 gearbeitet; bis Ende 2003 wurden
dafür ca . 75 000 Euro aufgewendet.-
Hauptdaten:
| Bauart | 1`D 1` - h3 |
| Vmax | 110/50 km/h |
| Zyl.-Leistung | ca. 2300 PS |
| Dienstmasse o.T. | 107,5t |
| Reibungsmasse | 74,0 t |
| Heizfläche | 206,3 qm |
| Rostfläche | 4,23 qm |
| Überhitzer | 83,8 qm |
| Kesseldruck | 16 bar |
| Zyl.- Durchmesser | 520 mm |
| Kolbenhub | 660 mm |
| Gesamtlaufleistung 1924 – 67: | ca. 3 Mio km |